Von Schwäbisch Hall bis zur Mündung - der Kocher

Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir von Schwäbisch Hall zu unserer weiteren Fahrt entlang der Kocher, Richtung Heimat. Der angesagte Regen bleibt aus, freu.  

Stadtauswärts kommen wir am Haller Feuerwehrmuseum vorbei. Hier kann man, in der ehemaligen Spinnerei, die Geschichte der Feuerwehr seit dem Jahr 1300 mit mehr als 6000 Exponaten erleben und die größte Sammlung von historischen Helmen besichtigen.  

Nach Gelbingen die Eichelhaldenkelter, eine von ehemals 5 Keltern auf Gelbinger Gebiet, erste urkundliche Erwähnung 1458. Gegen Ende des 19. Jhdt. aufgegeben und seitdem Ruine. Die Kelter war Standort einer Weinpresse. Aufgrund der Kelterpflicht mussten die Weingärtner ihre Trauben in einer bestimmten Kelter pressen lassen und dafür einen Teil des Weines an den Inhaber des Kelterrechts abtreten, in diesem Fall des Reichsstifts Comburg. Quelle: Infoschild 

Ruine Geyersburg bei Untermünkheim, die Höhenburg wurde 1391 von der Stadtadelsfamilie Feldner erbaut. 

Blick zur 185 m hohen und 1128 m langen Kochertalbrücke der A6 zwischen Geislingen am Kocher und Braunsbach. Höchste Brücke Deutschlands. 

Braunsbach

die Gemeinde dürfte vielen durch die Flutkatastrophe im Mai 2016 bekannt sein. In der Fluthütte am Marktplatz kann man sich über die damalige Sturzflut informieren. ⇒ zur Geschichte der Gemeinde.

Auf dem Marktplatz der Dorfbrunnen zur Erinnerung an den "Saumarkt" Eine Arbeit von Mathias Nikolaus, Ausführung mit Norbert Haas, 1997. 

So ein Cafe mit Einkaufsmöglichkeit, wünsche ich mir für jede Ortschaft. Hier gibt es alles was man braucht: Bäcker, frisches Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst, eine heiße Theke, Schreibwaren, ... 

Die Gemeinde verlassen wir über das Döttinger Tor, Rest der Ortsbefestigung.  

Schloss Braunsbach mit Kath. Kirche St. Sebastian

Das Schloss wurde um 1250 von den Rittern von Braunsbach als Burg erbaut, Mitte des 16. Jhdt. der Umbau zum Schloss. Die Ritter von Braunsbach starben aus, und verschiedene Adelsfamilien wohnten im Schloss, der letzte Wechsel erfolgte an die Herren von Crailsheim. 1727 wurde im ehemaligen Rittersaal des Schlosses ein Oratorium für die Katholiken eingerichtet. Seit 1734 Kirche und dem heiligen Sebastian geweiht.

Das Schloss mit Toranlage und einem Rundturm ist mit einer Ringmauer umgeben und im Privatbesitz.

Brücke bei Steinkirchen. Im weiteren Verlauf der Blick zum Schloss Stetten

Stauwehr Buchenmühle bei Künzelsau-Morsbach

Künzelsau

Kreisstadt des Hohenlohekreises und seit 1. Oktober 2022 Hochschulstadt. Ca 15.000 Einwohner, erste urkundliche Erwähnung 1098.

Die ehemalige Kochertalbahn führte von Waldenburg über Künzelsau nach Forchtenberg, endgültige Stilllegung 1991. Die ehemalige Strecke Künzelsau - Forchtenberg ist inzwischen ein Teil des Kocher-Jagst-Radweges. Eine Standseilbahn verbindet die Kernstadt mit Taläcker auf der Hohenloher Ebene. ⇒ Aufnahmen von der Stadt  ⇒ Aufnahmen vom Skulpturengarten auf der Hohenloher Ebene

Auf dem Weg nach Ingelfingen der Blick auf die Alte Zarge ⇒ Geschichte. In Ingelfingen am Radweg eine interessante Fassadengestaltung  der Apparatebaufirma.  

Forchtenberg 

Bei der Kocherbrücke steht das Teehaus, das um 1700 vom Amtmann Wibel erbaut wurde und zur Ruine zerfiel. 1977 wurde es durch den Restaurator Eckert aus Mergentheim, mit finanzieller Hilfe der Denkmalpflege, neu aufgebaut und dient in den sommerlichen Monaten u. a. zu standesamtlichen Trauungen. Wer sich für "alte Gemäuer" interessiert ⇒  Schloßruine Forchtenberg 

Ernsbach, Stadtteil von Forchtenberg

Hier lohnt sich ein Besuch des ⇒ Kocherwerks

Im Volksmund wurde das 1894 erbaute dreistöckige Gebäude über dem Kocherkanal "Rote Mühle" genannt. 1892 Einbau von Turbinen in's Untergeschoß. 1898 Gründung der Firma L. & C. Arnold, die Mühle wird zum ersten Produktionsstandort in der Region für Holzschrauben. Im später angebauten Kesselhaus ist seit 2021 eine Dauerausstellung zur Entwicklungsgeschichte der Schrauben- und Befestigungsindustrie in der Region. Hier sind u.a. Arbeitsmittel zu sehen die Jüngeren sicher unbekannt vorkommen :-)

Die Stechuhr ist bereits "modern", die Uhr die ich von meiner früheren Arbeit kenne, war aus Stahl/Blech, mechanisch, musste regelmäßig aufgezogen und das Farbband erneuert werden. Ab und zu tränkte ich das zwischenzeitlich farblose Farbband mit Stempelfarbe :-) Wer kennt noch das Lied Bruttosozialprodukt von Geier Sturzflug .".. und die Stechuhr beim stechen lustvoll stöhnt ..." 😅?

Ein Cafe und eine Radladestation (sofern man das Ladekabel dabei hat) sind vor Ort. Gegenüber das Heimatmuseum Pachthofscheuer. Auf dem weiteren Weg die historischen Gebäude der Fa. Arnold .

Ab Sindringen ist uns die Radstrecke bekannt, unterwegs bietet sich z.B. ein Zwischenstopp in ⇒ Neuenstadt  an. 

Wir erreichen die Kocherbrücke bei Bad Friedrichshall-Hagenbach.  Von hier der Blick auf den Salinenkanal der 1819 zur Versorgung der Saline gebaut wurde und vor der  Eisenbahnbrücke bei B.F.-Jagstfeld in den Neckar mündet. Länge 3,7 Km. Der Salinenkanal war für die Saline in Bad Friedrichshall als Antriebskraft für die Solepumpen und als Transportweg für das Holz zum beheizen der Siedepfannen notwendig. 

Nach weiteren 3 Km stehen wir an unserem Ziel:  Mündung der Kocher in den Neckar bei Bad Friedrichshall:

Wir wollen den Tag bei unserer Pizzeria ausklingen lassen, sie sind im wohlverdienten Urlaub und wir fahren nach Hause.    

Radstrecke: 

Schwäbisch Hall - Bad Friedrichshall - Neckarsulm

92 Km  ⬈1017m ⬊1077m   ⤒323üNN  150üNN  🕐  4:50 Std   (lt.Teasi)

 

 


Die Quelle der Weißen Kocher erkundigten wir vor kurzem bei einem Spaziergang, demnächst Fotos dazu.


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