Neckarsteinach - die Vierburgenstadt - Teil 2 die Burgen

Neckarsteinach

Eine Stadt in der ich früher oft verweilte und dennoch die Gelegenheit zum Besuch der Burgen nicht wahr nahm. Wie so oft, was man direkt vor der Nase hat, übersieht man.  

Der Aufgang zu den 4 Burgen, über die Schloßsteige, ist von der Hauptstrasse aus erreichbar und beschildert. Alternativ gibt es einen Weg  (kürzer und steiler) vom Vierburgen-Parkplatz  (von Heidelberg kommend).

Vorderburg

urkundliche Erwähnung ab 1341, man vermutet, dass sie bereits bei der ersten Erwähnung von Neckarsteinach / Steinach 1142 existierte. Die Vorderburg ist der Ausgangspunkt der Burgengruppe, über der Altstadt gelegen und mit der Neckarsteinacher Stadtmauer verbunden.

Sie blieb immer im Lehensbesitz der Herren von Steinach bis zu deren Aussterben im Jahre 1653. Um 1200 lebte in ihren Mauern der Minnesänger Bligger von Steinach, der von einigen Wissenschaftlern sogar als Verfasser des Nibelungenliedes vermutet wird. Der Baubestand wurde im 18. Jahrhundert durch Abbrüche auf den heutigen, fast unbedeutend erscheinenden Rest aus Bergfried und Steinhaus vermindert. Zur Vorderburg gehörte der noch erhaltene Stadthof der Herren von Steinach neben der Kirche.

Die Burg ist in Privatbesitz und mit Genehmigung zu besichtigen. 

Nach ca. 160 Meter auf der Schloßsteige der erste Blick auf die 

Mittelburg

die um 1200 in topographisch eher ungünstiger Lage westlich der Vorderburg erbaut wurde. Bauherren dürften die Grafen v. Lauffen gewesen sein, die Lehensherren der Familie v. Steinach. Nach wechselhaftem Schicksal kam sie 1551 als Lehen an die Landschaden von Steinach, die sie im Stile der Renaissance umbauten. Die Neckarseite der Burg öffnete sich nun in Renaissance-Arkaden, während die mittelalterliche Wehrhaftigkeit an den drei übrigen Seiten unberührt blieb. Als Wohnsitz der Landschaden von Steinach und deren Erben überstand die Mittelburg in der beschriebenen baulichen Gestalt das 17. und 18. Jahrhundert, um in der Zeit um 1835 einem neogotischen Umbau zum Opfer zu fallen. Die damals entstandene, im Neckartal fremdartig wirkende Silhouette, erinnert an die im 19. Jahrhundert wiederaufgebauten Burgen am Mittelrhein. Die Burg ist in Privatbesitz und mit Genehmigung zu besichtigen. 

Den Weg an der Weggabelung nach rechts weitergehen, nach weiteren 60 Metern führt der linke Weg an der Burg vorbei. (Rechts der gesperrte Zufahrtsweg zur Vorderburg). nach weiteren 400 Meter Wegstrecke ist man bei der

Hinterburg

gegen 1220/1230 wurde – wahrscheinlich durch Gerhard v. Schauenburg, einem der Erben der 1219 ausgestorbenen Grafen v. Lauffen – als dritte Burg die Hinterburg errichtet. Da sich die Schauenburger finanziell übernommen hatten, blieb die Burg Bauruine und wurde gegen 1250 an den Bischof Heinrich von Speyer verkauft. Erst ab 1344 nahm Bischof Gerhard von Speyer den endgültigen Aufbau der immer noch wüst liegenden Burg in Angriff und bestellte für sie einen Amtmann. Der Ausbau ihrer Befestigungsanlagen zu einem dreifachen Mauerring erfolgte im Auftrag des Hochstifts Speyer zwischen 1426 und 1450. Die Hinterburg wurde um 1630 - in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges - Ruine, doch ist sie mit ihrer erhalten gebliebenen Bausubstanz heute die eindrucksvollste der vier Burgen 

Vom Bergfried der Blick auf die Stadt

und auf die Neckarschleife:

nach ca 200 Meter nach links abbiegen und nach weiteren 500 Metern erreicht man 

Burg Schadeck oder auch Schwalbennest genannt

Als letzte und kleinste der vier Burgen entstand 1335 im Steilhang über dem Neckar Burg Schadeck. Aufgrund ihrer Steilhanglage oberhalb des Neckars wird sie auch "Schwalbennest" genannt. Bauherr der Schadeck war Erzbischof Balduin von Mainz und Trier. Diese Burg wurde unrechtmäßig auf dem Grundbesitz der Landschaden von Steinach erbaut. Das Baugelände wurde von diesen erst nachträglich für 400 Pfund Heller erworben. Dank der hierfür ausgefertigten Urkunden sind  Baujahr und Umstände sehr genau überliefert. Für den Bau musste ein Stück der steilen Felswand herausgebrochen werden. Die Burg steht auf felsigem Untergrund. Nach 80 Stufen erreicht man die Türme. Von hier hat man einen weiten Überblick zum Dilsberg und über das Neckartal.

Burg Schadeck, die heute das Wahrzeichen von Neckarsteinach ist, wurde vermutlich im späten 15. Jahrhundert zur Ruine. 

Quelle: Seiten der Stadt Neckarsteinach

Am Schwalbennest eine herrliche Stille und Aussicht. Aber nur für einen kurzen Moment, da zischt etwas an mir vorbei. Mit vorsichtigen Schritten, jeden Knacks vermeidend, gehe ich auf Erkundung und siehe da, der Bogenschütze ist in Aktion, ihm war es wohl in seiner Behausung zu dunkel :-) Wie gut, dass er auf seinen Bogen fixiert ist, er bemerkt mich nicht und ich verhalte mich mucksmäuschenstill. 

Zurück in die Stadt zum Bahnhof und Fahrt mit der Stadtbahn nach Hause. 

Unter Denkmalschutz stehendes Bahnhofsgebäude von 1878. Anschluss an die Neckartalbahn im Mai 1879. Die Neckartalbahn führt von Heidelberg über Eberbach und Mosbach-Neckarelz nach Bad Friedrichshall-Jagstfeld. 

 

Teil 1 Die Stadt.


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