von Lauda über Boxberg nach Möckmühl
Osterburken

Mit unseren Pedelecs und dem Zug sind wir Ende Juli nach Lauda im Main-Tauber-Kreis unterwegs.  

Lauda

ist ein Stadtteil von Lauda-Königshofen, die Stadt wurde bei der Gemeindereform 1975 aus den beiden Städten Lauda und Königshofen mit 10 weiteren Gemeinden gebildet. Lauda ist der größte Stadtteil und wurde 1135 erstmalig erwähnt. Bis ins 13. Jhdt. gehörte Laude den Herren von Luden. Um 1500 dann der Name Lauda. Königshofen besteht seit über 1275 Jahren.  Lauda hat ca. 6.000 Einwohner, die Gesamtgemeinde knapp 15.000 Einwohner. 

Der Bahnhof

ein sogenannter Trennungsbahnhof: Die Frankenbahn verkehrt von Würzburg bis Stuttgart, die weitere Strecke die von der Bahnstrecke abzweigt ist die Taubertalbahn: Aschaffenburg bis Crailsheim. Lauda war bis zum zweiten Weltkrieg ein wichtiger Knotenpunkt für Verbindungen wie z.B. nach Paris, Dresden und Mailand. In den 1960er und 1970er Jahren gab es eine Verbindung Hamburg - Ulm durch das Taubertal.

Sieht man die großen Gebäudeanlagen, bekommt man eine ungefähre Vorstellung wie wichtig der Bahnhof in früheren Zeiten war. Große Teile der Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Schade finde ich, dass sie teilweise renovierungsbedürftig aussehen. 

Aufzüge am Bahnhof sind vorhanden. Wer ein "stilles Örtchen" braucht, geht in der Unterführung Richtung Tauber statt zur Stadt. Außerhalb des Bahnhofs steht eine moderne WC-Anlage (1 €, Foto kommt bei der nächsten Tour

Etwas entfernt vom Bahnhof steht seit 1978 in einem Park die Dampflokomotive 052 908-1 des Herstellers BMAG, Baujahr 1942. Möglich wurde diese Aufstellung durch die Dampflokfreunde Lauda mit freiwilligen Arbeitsstunden und durch Spenden. Anfang August findet das jährliche Dampflokfest statt  mit dem man den Erhalt des Denkmals finanziert. Die Dampflok ist inzwischen ein Wahrzeichen der Stadt.

Narrenbrunnen

von Bildhauer Leonhard Eder, 1933 im Burgenland geboren, als Vertriebener in Lauda wohnhaft, 1957 Meisterprüfung als Steinmetz und Bildhauer in Freiburg, 1959 Gründung einer Bildhauerwerkstätte in Rheinfelden ⇒ rheinfelden.de/Leonhard-Eder-(Bildhauer)

Einige Eindrücke von der Stadt:

Wir fahren entlang der Umpfer auf dem Westring  des "Main-Tauber-Fränkische Radachter"  bis nach Osterburken. Der MTF-8 ist ein Radwanderweg durch das Main- und Taubertal,  verbindet Baden-Württemberg und Bayern auf ca. 550 Kilometer. Der Name Radachter kommt durch den Westring und den Ostring in Form einer 8 um Lauda-Königshofen. 

Die Umpfer ist ca. 22 km lang und mündet in Königshofen in die Tauber.  Ursprünglich war diese Strecke ein Teil meines Radprojekts "3 wird rund" da es nicht "rund" war, plante ich den Teil neu. Berichte folgen - irgendwann 😊

Sachsenflur

Stadtteil von Lauda-Königshofen, ca 300 Einwohner. Im Ort das Schloss Sachsenflur, erstmals erwähnt als Tiefburg im 13. Jhdt. umgebaut als Schloß 1583 von den Herren von Stetten. 

Boxberg

Stadt im Main-Tauber-Kreis, vermutlich um 600 gegründet. Bekannt wurde Boxberg in den 1980er Jahren durch die Bürgerbewegung die sich gegen die vom Daimler-Benz-Konzern geplante Teststrecke wehrte. Der Bau kam letztendlich nicht zustande, da das Bundesverfassungsgericht die nötigen Enteignungen als verfassungswidrig einstufte (⇒ Artikel der taz). Die Teststrecke wurde danach im norddeutschen Papenburg in einem Moorgebiet gebaut. Auch hier gab es Proteste, das Hüttendorf Anatopia wurde 1995 geräumt und der Bau begann. 2015 begann der Bau einer Teststrecke auf einem Kasernengelände in Immendingen, Baden Württemberg, hier hat man sich um die Strecke beworben ...

Am Wegesrand entdecken wir diese munteren Holzgesellen. 

Von Boxberg geht es bis  Uiffingen der Umpfer entlang. Hier verlassen wir die Umpfer, der Weg führt über eine Anhöhe weiter Richtung Eubigheim. Auf dem höchsten Punkt der Ausblick auf die A 81, danach fahren wir bremsenschonend den Weg hinab. 

Eubigheim

Ortsteil der Gemeinde Ahorn im Main-Tauber-Kreis. Im Dezember 1971 in die neu entstandene Gemeinde Ahorn eingemeindet.  

Kurz vor Eubigheim entdecken wir einen

Jüdischen Friedhof

Um 1850 angelegt. Der älteste erhaltenen Grabstein ist von 1880, die letzte Beisetzung vermutlich 1938.

Eubigheim wurde 850 im Bischöflichen Archiv von Fulda erstmalig genannt. Man geht von einer wahrscheinlichen Gründung im 6. Jhdt. aus. 

Das Bettendorfsche Schloss, auch Schloss Eubigheim genannt, dient heute als Rathaus der Gemeinde Ahorn. 

Hirschlanden

Ortsteil von der Gemeinde Rosenberg, im Neckar-Odenwald-Kreis. Der ehemalige Bahnhof, auf der Strecke Würzburg - Stuttgart wird nicht mehr bedient. Man muss mit dem Bus nach Rosenberg fahren um hier in die Bahn einzusteigen. Im Erdgeschoss des alten Bahnhofs scheint eine Firma ansässig zu sein? 

Skulptur NRIO

eine der Skulpturen vom Skulpturenradweg Bauland/Odenwald zwischen Rosenberg und Osterburken:

Die Radwege sind gut ausgebaut und gut ausgeschildert. Nach Rosenberg geht es durch den Wald entlang der Kirnau auf typischen Waldwegen, landschaftlich eine sehr schöne Strecke.  

Im Kirnautal:  

Schmetterling im Kirnautal

Osterburken

Bei der St. Kilian Kirche legen wir eine kleine Pause im Eiscafe Italia ein. Der Erdbeerbecher (ohne Sahne, die mag ich nicht) war lecker, so lecker, dass ihn mir die Wespen streitig machen wollten :-( 

St. Kilian Kirche

erbaut 1970 - 1974, Einweihung am 1. Dezember 1974. Der Neubau erfolgte im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Ortsmitte. Architekt: Manfred Schmitt-Fiebig. Die Gestaltung von Bildhauer Emil Wachter. Die Kirche ist der Nachfolger der 1845 eingeweihten alten Kirche, der Kirchturm wurde erhalten (Bild 6), die alte Kirche abgerissen. Die Kirche war leider abgeschlossen.  

Stadtturm

auch Pfarrturm, Römerturm oder Diebsturm genannt, steht wenige Meter von der Kirche entfernt.  Er ist der einzig erhaltene Turm von der Stadtbefestigung und könnte aus dem 14. Jhdt. sein, das Jahr ist fraglich. 

Ab Osterburken weiter auf dem bekannten Weg von der letzten Tour. Die Windboen werden heftiger und vor Möckmühl ist der Weg entlang der Seckach frisch geschottert. Durch die Erschütterungen und das konzentrierte Fahren auf dem groben Schotter, streikt meine Schulter, es macht keinen Spass mehr. Wir fahren zum Bahnhof und schauen auf den Fahrplan, in ca. 5 Minuten kommt der nächste Zug. Der Möckmühler Bahnhof verfügt über Aufzüge zu den Gleisen. Wir unterbrechen die Tour und fahren mit dem Zug bis nach Bad Friedrichshall, von hier radeln wir nach Hause. 

Bahn:

Neckarsulm - Lauda

(bwEINFACH je Person; bei 3 bis 5 Erwachsenen lohnt sich das Baden-Württemberg-Ticket; Rad an Samstag, Sonntag, Feiertag kostenlos; bw-FAHRRAD je Rad werktags 6 - 9 Uhr)  

Rad: 

Lauda - Möckmühl

56 km (plus 10 km An- Abfahrt) ⬈755m ⬊706m  ⤒384üNN  🕐3:15 Std 

Bahn:

Möckmühl - Bad Friedrichshall  (HNV-Ticket; ist die Rückfahrt eingeplant - morgens das Baden-Württemberg-Ticket nehmen, dies ist den ganzen Tag gültig


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