Breisgau - Hochschwarzwald

Städte und Gemeinden:

Au, Auggen, Badenweiler, Bad Krotzingen, Ballrechten-Dottingen, Bollschweil, Bötzingen, Breisach, Breitnau, Buchenbach, Buggingen, Ebringen, Ehrenkirchen, Eichstetten, Eisenbach, Eschbach, Feldberg, Friedenweiler, Glottertal, Gottenheim, Gundelfingen, Hartheim, Heitersheim. Heuweiler, Hinterzarten, Horben, Ihringen, Kirchzarten, Lenzkirch, Löffingen, March, Merdingen, Merzhausen, Müllheim, Münstertal, Neuenburg, Oberried, Pfaffenweiler, Schallstadt, Schluchsee, Staufen, Sölden, St. Märgen, St. Peter, Stegen, Sulzburg, Titisee-Neustadt, Umkirch, Vogtsburg, Wittnau

Gewässer: Schluchsee, Titisee

Kennzeichen: FR  alternativ: MÜL - Müllheim; NEU

Badenweiler

In den Jahren 70 - 260 wird Badenweiler durch die Römer besiedelt, um 75 entstehen die römischen Bäder. 1028 wird der Ort erstmals als Baden erwähnt. 1747 gibt es 200 Fremdenbetten in 4 Badwirtschaftshäusern. 1758 wird mit der Anlage des Kurparks begonnen. 1965 Erbohrung zusätzlicher Heilquellen. Badenweiler zählt zu den Staatsbädern (wie z.B. Bad Wildbad, Baden Baden)

Auf der Seite von Badenweiler kann man eine ⇒ interessante Broschüre über den Ort herunterladen. 

Inhalatorium

Die Geschichte des am Thermalwasserstollen gelegenen Inhalatorium geht bis in die Römerzeit zurück. Man vermutet, dass die Thermalquelle der Göttin des Schwarzwaldes. Diana-Abnoba gewidmet war. Medizingeschichtlich zählt das Inhalatorium zu den bemerkenswerten Einrichtungen des Heilbades im letzten Jahrhundert. Nach langer Umbauarbeit wurde es im Januar 2016 wieder eröffnet.  

Diana Abnoba, weibliche Gottheit der keltischen Religion, Göttin des Schwarzwaldes, der Jagd und der Heilquellen des Schwarzwaldes. In der Antike wird der Name Abnoba mons überwiegend mit dem Schwarzwald verknüpft. 

Schloss Belvedere

Auf Iniative des Kreisdirektors von Kulm 1811 - 13 als Lusthaus im klassizistischen Stil Weinbrenners erbaut. Von Großherzogin Stephanie von Baden sehr geschätzt. Um 1900 anglikanische Kirche. 1930 -33 Atelier des Malers Emil Bizer. Heute vorwiegend für Ausstellungen genutzt. Quelle: Infoschild

Das Schloss kann auch für Eheschließungen genutzt werden.

Römische Badruine im Schloßpark 

die besterhaltene Römertherme nördlich der Alpen. Der Schloßpark zählt zu den baumartenreichsten Kurparks Deutschlands. Der Gartendirektor von Schwetzingen, Johann Michael Zeyer, gestaltete zwischen 1824 und 1828 einen kleinen Park mit englischen Stilelementen. Erweiterung im 19. Jhdt. 1952 erwarb das Land das Areal vom Haus Baden. Die Ruinen der Badeanlage wurden bereits 1874 freigelegt. Das Schutzdach der Ruinen wurde in den 1950er Jahren baufällig. Ein Neuentwurf der aus Stahl und Glas besteht, 68 x 40 Meter groß mit 1.725 Glastafeln überspannt seit 2001 die Badruine. 

Burgruine Baden

Urkundlich erstmals 1122 als Burg der Zähringer Herzöge erwähnt. Ab 1147 Eigentum Heinrich des Löwen. 1158 Erwerb durch Kaiser Friedrich I. Spätestens nach dessen Tod 1190 wieder im Besitz der Zähringer. 1398 - 1415 als Pfandschaft bei Vorderösterreich. 1404 -06 Wohnsitz der Herzogin Katharina von Burgund. Während des Holländischen Krieges 1678 unter Ludwig XIV zerstört.  Quelle: Infoschild

Im Holländischen Krieg kapitulierte Freiburg 1677 nach der Belagerung durch die französiche Armee. Die Franzosen zogen nach Badenweiler und verlangten die Aufnahme der franzözischen Besatzung in die Burg, ansonsten zerstören sie die ganze Umgebung. Dies wurde bewilligt, die französische Besatzung hielt sich aber nicht an die Vereinbarungen, die Burg wurde angezündet und teilweise gesprengt, die französischen Besatzer rückten ab. Die Bevölkerung kehrte aus ihren Fluchtorten zurück und verwendete die Baumaterialen aus der Ruine. 

Um die Ruine vor dem Verfall zu schützen wurde sie restauriert und kann besichtigt werden. 

Ausblicke von der Burg

Höllental

ein tief eingeschnittenes Tal, durch dass der Rotbach fließt und sich die B31 mit vielen Engstellen und Kurven schlängelt. Entstehungsgeschichte und mehr Infos ⇒ Wikipedia-Höllental

Am Engpass befindet sich der Hirschsprung.  

Die Hirschsprungsage:

Ein Ritter der Burg Falkenstein begab sich auf  Hirschjagd und sah nach einiger Zeit einen prächtigen Hirsch. Der Hirsch machte ihm die Jagd schwer, er war flink. Der Jäger gab nicht auf und so sprang der Hirsch in Todesangst mit einem großen Satz über die Schlucht und entkam. Der Jäger sprang in den Tod.

Höllentalbahn

Sie verbindet Freiburg mit Villingen und gilt als die steilste Hauptbahn Deutschlands. Auf dem 12 km langen Abschnitt zwischen Himmelreich und Hinterzarten überwindet sie eine Steigung von 400 Höhenmetern. Begonnen wurde der Bau Ende Mai 1882 von Freiburg aus. Anfangs fuhr die Bahn mit Zahnradantrieb, seit 2019 ist die gesamte Strecke elektrifiziert. Mehr Infos und die Geschichte dazu ⇒ Wikipedia-Höllentalbahn

Lenzkirch

ist ein heilklimatischer Kurort an der Haslach. Früher hatte die Uhrenindustrie (Uhrenfabrikation Lenzkirch) hier eine große Bedeutung. Heute sind  der Tourismus und die feinmechanische Industrie wichtige Standbeine der  Gemeinde. Weltbekannte Firmen wie Testo (Meßgeräte und Messsysteme) und Atmos Medizintechnik haben hier ihren Sitz. Bei der Bäckerei und Café Wiest (gegenüber dem Rathaus) verweilen wir eine Weile, der Zwetschgenkuchen war köstlich.  Vor dem Rathaus die Brunnenanlage "Begegnung" aus Granitstahl, erschaffen von Bildhauer Thomas Matt. 

St. Nikolaus Kirche 

Durch den Erfolg der Uhrenindustrie wurde die ehemalige Kirche zu klein und ein Neubau wurde beschlossen, Bau 1934/35. Den alten Turm integrierte man über's Eck in das Langhaus der Kirche, von der Ausstattung der alten Kirche wurde vieles übernommen. Im September 1935 erfolgte die Einweihung. 1975 und 2009 Renovierungen. 1995 wurde die neue Orgel, die aus 2164 Pfeifen und 33 Registern besteht,  geweiht. 

Der Bähnleradweg mit ca. 25 Km führt auf der Trasse der 1907 erbauten, 1907 feierlich eingeweihten und 1977 stillgelegten Eisenbahnlinie von Kappel-Gutachbrücke nach Bonndorf. Wenige Tage nach der Stilllegung wurden die Gleise entfernt. Der Lenzkircher Bahnhof fiel 3 Jahre später dem Bagger zum Opfer, an seinem Platz steht heute das Kurhaus.

Müllheim

Die Stadt mit ca 19.000 Einwohnern, ist das Zentrum der Region Markgräflerland.

Staufen

Fauststadt 

Johann Georg Faust, war der berühmteste Einwohner Staufens. Alchimist, Wunderheiler und Magier, vermutlich von Burgherr Anton von Staufen als Goldmacher angestellt. Faust kam 1539 bei einer Explosion in seinem Zimmer im Gasthaus Löwen ums Leben, man vermutet eine chemische Explosion.

Staufen hat einen mittelalterlichen, denkmalgeschützten, autofreien Stadtkern. Negativ bekannt ist Staufen für die Risse in den Gebäuden. 2006 begann die Generalsanierung des historischen Rathauses mit Nutzung von Erdwärme (Geothermie). 2007 wurden sieben bis zu 140 Meter tiefe Erdwärmesonden gebohrt. Wenige Wochen später bildeten sich Risse in den Gebäuden der Altstadt. Bis 2009 hob sich der Untergrund im Bereich der Rathausgasse bis zu 11 Millimeter je Monat. 2009 begannen Sanierungsmaßnahmen. Heute weiß man, dass undichte Erdwärmesonden für die Hebungen verantwortlich sind.

Burgruine Staufen

Die Burg wurde von den Herren von Staufen erbaut. In einer Urkunde wurde die Burg Staufen 1248 erstmals erwähnt. Um 1400 kam Staufen zu Vorderösterreich. 1602 erlosch mit Georg Leo von Staufen das Geschlecht der Herren von Staufen, Burg und Stadt fielen an Österreich. 1607 war die Burg nicht mehr bewohnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von schwedischen Truppen besetzt, 1632 angezündet und zerstört. 1896 wurde die Ruine von der Stadt Staufen von der Familie Mentzingen erworben und anschließend renoviert. 

Sulzburg

liegt im Sulzbachtal, mit einer über 1000 Jahren alten Silberbergbaugeschichte. 847 wird in einer Urkunde des Kloster Lorsch eine Siedlung namens "Sulzibergeheim" genannt. 1283 wurde Sulzburg zur Stadt erhoben, das Wappen der Stadt zeigt eine Bergbaudarstellung und ist das älteste deutsche Stadtsiegel das den Bergbau thematisiert.  

dazugehörende Gemeinden: Laufen, ..

Bergbau

Auf dem Bergbaupfad kann man auf 5,7 km mit 15 Stationen die Geschichte dazu entdecken. In der ältesten Silberbergbauurkunde werden Silbergruben im Sulzburger Tal genannt. 1835 endgültiges Ende der Bergbautätigkeit im Sulzbachtal. Das Bergbauareal ist als schützenswertes Denkmal eingetragen. Das Landesbergbaumuseum, in einer ehemaligen Kirche, ist seit Oktober 2023 geschlossen, eine Wiedereröffnung in neuen Räumen ist geplant. 

Rathaus

Das Gebäude wurde 1831 - 34 vom Weinhändler Christoph Friedrich Sexauer erbaut und war bis 1962 im Familienbesitz. 1995 - 99 saniert und heute Sitz der Stadtverwaltung. An der Längsseite des Rathauses gibt es ein öffentliches, kostenloses WC.

Stadttor

St. Cyriak

Die Klosterkirche wird 993 erstmalig urkundlich genannt und gilt als eine der ältesten Kirchen Deutschlands. Der Turm  gebaut zu Beginn des 11. Jhdt. ist der älteste erhaltene Turm Südwestdeutschlands. Die Basilika zu Ehren des Märtyrers St. Cyriak  wurde zunächst als Kanonikerstift erbaut. Nach der Vergabe des Klosters an das Bistum Basel wurde das Kloster von Benediktinerinnen bewohnt. Zwischen 1280 und 1310 Erweiterung der Kirche, die Holzdecke ist von 1510. Durch die Einführung der Reformation 1555 endete die Doppelnutzung als Kloster- und Pfarrkirche. Bei dem Klosterbrand 1769 fielen sämtliche Klostergebäude weg. Nach dem Bezug der neu erbauten Stadtkirche wurde die Kirche nicht mehr oder als Lagerraum benutzt. In den 1950er  Jahren entdeckte Karl List dieses bedeutende Bauwerk  und in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden wurde die Kirche renoviert. 1963 wurde St. Cyriak wieder zur evangelischen Gemeindekirche. Letzte umfassende Restaurierung 2009.   Quelle: evangelische Kirche Sulzburg

Karl List (31.1.1905 - 2.12.2005), Lahr, war in seiner Freizeit ehrenamtlicher Mitarbeiter des staatlichen Amtes für Denkmalpflege und erhielt 1962 eine feste Anstellung. Er hat sich mit Leidenschaft um die Klärung historischer Zusammenhänge gekümmert (so wie auch hier in Sulzburg).

Der Friedhof schliesst sich an die Kirche an

Ehemalige Synagoge 

1727 Sulzburg wird Rabbinatssitz für die oberbadischen Juden. Die Synagoge wurde 1821 - 22 von Johann Ludwig Weinbrenner erbaut, 1879 Renovierung. Durch die Enge der umgebenden Häuser blieb sie von der Niederbrennung in der Kristallnacht am 10.11.1938 verschont, Inventar und Fenster wurden zerschlagen. Danach diente sie als Lagerplatz, Stallung oder Kleinfabrik. Durch die Initative des Landesdenkmalamtes, eines emigrierten jüdischen Sulzburgers und dem damaligen Bürgermeister Hochstatter gelangte das Gebäude Mitte der siebziger Jahre in städtischen Besitz und wurde als Kulturdenkmal und Gedenkstätte restauriert.  Jeden  ersten und letzten Sonntag  im Monat von 16 - 18 Uhr geöffnet.

Der Gedenkstein befindet sich auf dem Gelände von St. Cyriak.

Laufen

Hier befindet sich eines der ältesten Weingüter des Markgräflerlands, dass für seine Qualitätsweine bekannt ist. Die Johanneskirche, evangelische Pfarrkirche, wurde wahrscheinlich nach Plänen von Heinrich Hübsch zwischen 1852 und 1856 gebaut und ersetzte die mittelalterliche Kirche. Vor der Kirche das Kriegerdenkmal des Laufener Künstlers A. Rieldin (1892 -1969). 

 
 

Titisee-Neustadt 

Titisee und Neustadt liegen im Gutachtal. 

Titisee

das am gleichnamigen See liegt, wurde im Juli 1971 nach Neustadt eingemeindet und Neustadt wurde zu Titisee-Neustadt umbenannt. 

Der Titisee liegt 850 m über dem Meeresspiegel, ist ca. 1 km breit und 2 km lang, 40 m tief. Vor über 10.000 Jahren erstreckte sich vom Feldberg bis hier ein Gletscher der hier eine tiefe Mulde ins Tal schürfte, den heutigen Titisee. Der Seebach fließt in den Titisee, als Gutach verläßt er ihn wieder. 

Bahnhof

Titisee
  • Gleise barrierefrei erreichbar
    ja

Neustadt 

Im 13. Jhdt. von den Fürsten zu Fürstenberg gegründet. Im Mittelalter war Neustadt eine Salzstadt. Mit Beginn des 18. Jhdt. die erste Fabrik, eine Strohhutfabrik, es folgten eine Tuchfabrik, die Neustädter Uhrenfabriken, Sägewerke, Schraubenfabrik und eine Papierfabrik - die einzige Fabrik die heute noch existiert. Mit der Höllentalbahn begann der Fremdenverkehr ⇒ Geschichte Titisee-Neustadt. Das Münster St. Jakobus, 1897-1902 gebaut, steht auf einer Anhöhe.

Haus Spiegelhalder, 1817 nach dem Brand wieder aufgebaut. Der Narrenbrunnen wurde 2008 vom Förderverein der Narrenzunft Neustadt gebaut. 

Gutachtalbrücke

die höchste Brücke (97m) im Schwarzwald, gebaut 1978 -1980. Hierüber verläuft die B31 von Freiburg nach Donaueschingen. Üblicherweise verfügt die Brücke über 3 Fahrspuren, wegen Schäden ist aktuell eine Spur gesperrt, voraussichtliche Reparatur Juni 2024. Die Brücke überquert die Landesstraße, die Gutach, die Höllentalbahn und den Radweg.

 
 
 
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